Monographien

Phokion – Studien zur Erfassung seiner historischen Gestalt

Verlag C. H. Beck, München, 1976

Stasis

Verlag C. H. Beck, München, 1985

Jenseits von Athen und Sparta

Verlag C. H. Beck, München, 1986

Geschichte des Hellenismus

Oldenbourg Verlag, München, 1990, 4., durchgesehene Auflage 2008, übersetzt ins Griechische

Alexander der Große

Verlag C. H. Beck – Wissen, München, 1996, 7. aktualisierte Auflage 2013, übersetzt ins Spanische, Italienische, Tschechische, Romänische und Chinesische

Kleine Geschichte der Antike

Verlag C. H. Beck, München, 1999, Taschenbuchausgabe 2003, übersetzt ins Italienische

Geschichte der Antike – Ein Studienbuch

Verlag J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar, 2000, 4. erweiterte und aktualisierte Auflage 2013

Demokratie in Athen

Cornelsen Verlag, Berlin, 2002

Geschichte als Element antiker Kultur. Die Griechen und ihre Geschichte(n) (Münchner Vorlesungen zu antiken Welten 2)

Verlag de Gruyter, Berlin, 2014


Phokion – Studien zur Erfassung seiner historischen Gestalt

aus dem Vorwort:
Der Athener Phokion (402/401 – 318 v. Chr.), einst eine zentrale Figur der moralisierenden Geschichtsbetrachtung des 18. Jhdt., ist seitdem wenig beachtet worden. Das hat selbstverständlich seine guten Gründe und bedeutet eine zunächst verständliche Reaktion auf seine frühere Überbewertung. Darüber wurde jedoch versäumt, das alte Bild durch ein neues zu ersetzen, so dass bis auf den heutigen Tag von so etwas wie einer Lücke in der historischen Forschung gesprochen werden darf. Die vorstehende Untersuchung will dazu beitragen, dieselbe zu schließen, und möchte, wenn sie sich natürlich auch nicht anmaßt, das Ziel zu erreichen, immerhin die Probleme aufzeigen, die es hierbei zu bewältigen gibt. Die Arbeit, von der Philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen im Jahre 1973 als Dissertation angenommen, geht auf eine Anregung meines verehrten Lehrers Alfred Heuß zurück. Er hat nicht nur ihren Grundriss bestimmt, sondern auch ihrem Fortgang in weitem Umfang Förderung und Hilfe zukommen lassen.
Erschienen in: „Zetemata – Monographien zur Klassischen Altertumswissenschaft“, Heft 64, Phokion, Verlag C.H. Beck, München, 1976

Kommentar: „Sachlich und methodisch gleich interessant und erheblich ist die Studie von Gehrke über Phokion.“ Dieter Timpe, Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 3, 1986


Stasis – Untersuchungen zu den inneren Kriegen in den griechischen Staaten
des 5. und 4. Jhdt. v. Chr.

Dass gewaltsam ausgetragene innere Auseinandersetzungen, Umstürze und Verfassungsänderungen verbunden mit Bürgerkrieg, Tötung, Vertreibung und Enteignung ein wesentliches Phänomen der griechischen Geschichte darstellen, ist bekannt und in der Forschung wiederholt betont worden. Dennoch gibt es zu diesem Thema zwar eine beachtliche Zahl von Einzeluntersuchungen und auch einige Versuche einer allgemeinen Deutung, aber keine wirklich erschöpfende Gesamtdarstellung.
Die vorliegende Arbeit versucht deswegen, wenigstens für einen bestimmten Zeitraum und für einen erheblichen Teil der griechischen Staatenwelt diesen Komplex so eingehend wie möglich zu erfassen. In ihrem ersten Teil gibt sie eine historische Rekonstruktion der jeweiligen Vorgänge in den einzelnen Staaten. Der zweite Teil liefert eine systematische Auswertung: Auf die Zusammenstellung und Analyse der typischen Phänomene der Stasis, ihrer spezifischen Mittel, ihres Stellenwerts und ihrer Tragweite in quantitativer Hinsicht sowie der Versuche zu ihrer Beilegung folgt ein Abschnitt über die außenpolitisch bedingten Faktoren der internen Auseinandersetzungen. Diesem schließt sich der Versuch an, ihre inneren Voraussetzungen – unter zusätzlicher Zuhilfenahme weiterer Erklärungsmodelle – zu ergründen. Bemerkungen zur Bedeutung der Stasis im Gesamtrahmen der griechischen Geschichte schließen die Arbeit ab.

Die Arbeit wurde im Jahr 1982 von der Philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen als Habilitationsschrift angenommen.
Erschienen in: „Vestigia – Beiträge zur Alten Geschichte“, Band 35, Stasis, Verlag C.H. Beck, München, 1986

Kommentar: „Le caractère systématique et fouillé de cette publication et ses qualités scientifiques se manifestent dans la clarté de l’exposé, dans l’étude détaillée des sources. Que dire de négatif de cet ouvrage dont la présentation matérielle peut revitaliser avec l’exellence contenu ?“ H. Leclercq, Revue des Livres, 1990

Kommentar: „It is one of the most important contributions to our understanding of classical Greek history in the twentieth century“, M. H. Hansen / Th. H. Nielsen, An Inventory of Archaic and Classical Poleis, Oxford 2004, S. 125.


Jenseits von Athen und Sparta – Das dritte Griechenland und seine Staatenwelt

Die Geschichte des antiken Griechenland aus einem selten gewählten Blickwinkel: nicht die Großmächte Athen und Sparta sind Gegenstand dieses Buchs, sondern die kleineren und mittleren Staaten wie Korinth, Theben, Samos usw. Dabei geht es dem Verfasser nicht um eine Addition von einzelnen Stadtgeschichten; vielmehr erschließt er Typen der griechischen Mittel- und Kleinstaaten. Vor allem aber zeigt er, wie Gemeinsamkeiten und Spannungen der Staaten die griechische Zivilisation geprägt haben. Erst aus dem Blickwinkel dieses Buches zeigt die antike griechische Geschichte ihren ganzen Reichtum.
Jenseits von Athen und Sparta, Verlag C.H. Beck, München, 1986

Kommentar: „Gehrke has written an excellent and interesting book, which I could wish longer than it is.“ Simon Hornblower, The Classical Review, 38,1


Geschichte des Hellenismus

Das Buch behandelt die Geschichte der hellenistischen Epoche (336 – 30 v. Chr.) im Rahmen der Reihe „Grundriss der Geschichte“.
Diese Reihe behandelt die alte, mittelalterliche und neuere Geschichte im europäischen Zusammenhang Sie wird durch Zusatzbände zur außereuropäischen Geschichte und zur Vor- und Frühgeschichte ergänzt.
Besonderes Merkmal ist die Dreigliederung der Bände:
1. zusammenfassende Darstellung des heutigen Bildes der Epoche.
2. Ausführlicher Bericht über Stand und Probleme der Forschung
3. Ausgewählte thematisch gegliederte Bibliographie
Erschienen in „Oldenbourg – Grundriss der Geschichte“, Geschichte des Hellenismus, Oldenbourg Verlag , München, 1990

Kommentar: „Aufgabe des Buches wie der Reihe…ist die Information für einen weiteren Leserkreis und ein gründlicher, erschöpfender Überblick über den gegenwärtigen Stand der Forschung. Diese Aufgabe ist glänzend erfüllt.“ Gerhard Wirth, Das Historisch-Politische Buch, 12,1990


Alexander der Große

Der antike Historiker Diodor rühmt überschwänglich Alexanders große Taten.
Dank seiner Klugheit und Tapferkeit überträfe er an Größe die Leistungen aller anderen Könige, von denen man wisse. In nur zwölf Jahren habe er nicht wenig von Europa und fast ganz Asien unterworfen und damit zu Recht weithin reichenden Ruhm erworben, der ihn den alten Heroen und Halbgöttern gleichstelle.
Der römische Philosoph Seneca steht dem Wirken Alexanders sehr viel kritischer gegenüber. Er fragt, ob jemand geistig gesund sein könne, der jenes Land (Griechenland) unterwerfe, in dem er doch seine Erziehung erhalten habe. Nicht zufrieden mit dem Unglück all jener Staaten, die schon sein Vater unterworfen habe, trüge Alexander seine Waffen durch die Welt und mache in seiner Grausamkeit vor nichts halt, ganz wie jene Bestien, die mehr reißen als ihr Hunger verlange.
Angesichts des in der Geschichte schwankenden Charakterbildes will dieses Buch dem modernen Leser helfen, eine eigene Vorstellung vom facettenreichen Charakter des Machtmenschen, des Feldherrn, aber auch des weitblickenden Politikers Alexander zu gewinnen.
Alexander der Große, Verlag C. H. Beck – Wissen , München, 1996

Kommentar: „Zwischen der Forschung und dem Rest der Welt klafft ein riesiges Loch. Gehrke hat es jetzt zu füllen versucht, mit ganzen 111 Seiten. Und es ist ihm in einer Weise gelungen, die ein schönes Beispiel dafür bietet, wie verlorenes Wissen zurückgebracht werden kann.“ Berthold Seewalt, Die Welt, 23.11.1996


Kleine Geschichte der Antike

Der Autor führt den Leser in diesem Buch durch alle Epochen und geographischen Räume der Alten Geschichte: von den Anfängen der Hochkulturen im Alten Orient und in Ägypten weiter nach Israel, über die Ägäis und das griechische Festland nach Karthago und in das römische Weltreich. Auf seinem Weg durch bedeutende historische Stätten – Ur, Babylon, Memphis, Jerusalem, Knossos, Athen, Sparta, Alexandria und Rom – erzählt er den Verlauf der Ereignisgeschichte und erläutert die wirkungsmächtigen Kräfte in Literatur, Kunst, Religion und Philosophie. Den antiken Ursprüngen politischer Strukturen wie Monarchie und Demokratie wird ebensoviel Aufmerksamkeit zuteil wie sozialen Phänomenen, wie etwa der Sklaverei oder bedeutenden Einzelpersönlichkeiten vom Range eines Gilgamesch, Cheops, Perikles, Alexander, Caesar, Augustus und Justinian.
Mehr als nur illustrierendes Beiwerk sind die zahlreichen Abbildungen des Bandes. Sie machen das Buch nicht nur zu einem optischen Vergnügen, sondern bilden gleichsam eine zweite Ebene der historischen Darstellung. Ganz bewusst weiten sich die Bildlegenden bisweilen zu historischen Miniaturen, die den Haupttext begleiten und ergänzen. So ist eine im besten Sinne populäre Geschichte der Antike entstanden, die allen empfohlen sei, die sich zurückversetzen möchten in eine der faszinierendsten Epochen der Menschheitsgeschichte.
Kleine Geschichte der Antike, Verlag C. H. Beck, München, 1999

Kommentar: „Gehrke, … , führt ohne alles gelehrte Beiwerk auf gerade 250 mit vorzüglichen Illustrationen durchsetzten Seiten den Leser von den frühen Kulturen des Alten Orients bis in die Spätphase des zerfallenden Römischen Weltreichs. Das Geheimnis des Gelingens liegt in der souveränen Beschränkung auf die großen Linien; der dabei drohenden Gefahr der Unüberschaulichkeit ist der Autor durch ein Pars-pro-toto-Verfahren entgangen, indem er einzelne Themen, wie etwa politische Strukturen und soziale Phänomene, jeweils exemplarisch behandelt.“ Hans-Albrecht Koch, Die Welt, 04.12.1999

Kommentar: „Das schnörkellose und zupackende Buch setzt setzt für Kurzdarstellungen größerer historischer Epochen neue Maßstäbe. Wer es nach der Lektüre aus der Hand legt, hat nicht nur sehr viel über das Altertum gelernt, sondern auch über Geschichte überhaupt.“
Uwe Walter, FAZ, 15.04.2000

Kommentar: „Während die Alte Geschichte aus den Lehrplänen der gymnasialen Oberstufe herausgefallen ist, könnte der Mittelmeer-Tourismus den historischen Blick auf die Alte Welt wieder öffnen. Für Gehrkes „Kleine Geschichte der Antike“ sollte ein Plätzchen im Koffer reserviert sein. Es lohnt sich.“ Peter Winterling, Badische Zeitung, 21.01.2000


Geschichte der Antike – Ein Studienbuch, gemeinsam mit Helmut Schneider

Der als Studienbuch konziperte Band bietet einen problemorientierten Überblick über die Geschichte der Griechen und Römer vom Zusammenbruch der mykenischen Kultur bis zur Spätantike. Eine ausführliche Einleitung zu den grundlegenden Strukturen der Antike und ein Anhang mit Zeittafel, Glossar, Angaben zu Maßen, Geldsystemen und Preisen, vielen Karten und einer ausführlichen Bibliographie bieten Basisinformationen für Studierende.
Geschichte der Antike – Ein Studienbuch, Verlag J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar, 2000

Kommentar: „Zwei renommierte Herausgeber und fünf ebenso renommierte Mitarbeiter haben ein Handbuch, respektive Studienbuch vorgelegt, das die griechisch-römische Antike von den Dark Ages bis hin zur Spätantike als eine Einheit zu interpretieren versucht. Konkretisiert wird dieser Versuch in sechs Hauptkapiteln: 1. Dark Ages und das archaische Griechenland von K.-J. Hölkeskamp und E. Stein-Hölkeskamp (17-96), 2. Die griechische Staatenwelt in klassischer Zeit (550-336 v. Chr.) von P. Funke (97-162), 3. Hellenismus von H.-J. Gehrke (163-237), 4. Rom von den Anfängen bis zum Ende der Republik (6. Jh. bis 30 v. Chr.) von H. Schneider (229-300), 5. Die römische Kaiserzeit (30 v. Chr.-284 n. Chr.) von P. Herz (301-375), 6. Die Spätantike (284-565 n. Chr.) von J.-U. Krause (377-447). (…) Wer für die Vorbereitung seines Unterrichts zuverlässige Informationen über die Antike sucht, dem wird mit dem vorliegenden, übersichtlich gestalteten Band ein vorzüglicher Dienst erwiesen.“ Ingomar Weiler, IANUS, 22/2001

Kommentar: „Das Werk ist als Handbuch gedacht und dementsprechend abgerundet und erschlossen; graphisch, sprachlich und didaktisch ist es ein Genuss.“ Joachim Hengstl, Wissenschaftlicher Literaturanzeiger, Heft 2,2001


Demokratie in Athen, gemeinsam mit Ernst Steinecke

„Die Kurshefte Geschichte sind thematisch orientierte Quellensammlungen für den Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe II. Kern der Konzeption dieses Bandes ist der Vergleich zwischen antiker und moderner Demokratie. Behandelt werden: Grundlagen; Ordnung des Kleisthenes; Perserkriege; Herrschaft des demos in der „Blütezeit“; Bauten und Feste; Peloponnesischer Krieg.“
Demokratie in Athen, Cornelsen Verlag , Berlin, 2002

 

Geschichte als Element antiker Kultur. Die Griechen und ihre Geschichte(n) (Münchner Vorlesungen zu antiken Welten 2)

Der Zusammenhang von Geschichtsvorstellungen und politischen Organisationsformen ist für die griechische Geschichte bisher kaum untersucht worden. Das Buch zeigt, dass genau darin aber ein wesentliches Element sozialer Selbstvergewisserung liegt. Von da her lässt sich auch der spezifische Stellenwert der griechischen Geschichtsschreibung besser bestimmen. Auf diese Weise fällt ein ganz neues Licht auf ein zentrales Phänomen der antiken Kultur.
Geschichte als Element antiker Kultur. Die Griechen und ihre Geschichte(n),Verlag de Gruyter, Berlin, 2014

Kommentar: „In this concise but stimulating book on history and Greek culture, Hans-Joachim Gehrke continues to refine his work on intentionale Geschichte, which he defines as „a history in the self-understanding of social groups and communities – connected to a corresponding understanding of the other – which is important, even essential for the collective identity, social cohesion, political behaviour and the cultural orientation of such units“ (37). In a series of four chapters, Gehrke illustrates how Greeks‘ histories were consciously employed to help shape political and social realities… Geschichte als Element antiker Kultur thus illustrates the efficacy of intentional history as a heuristic device, uncovering a more sophisticated picture of Greek historiography, its intellectual foundations, and its wider social-political contexts.“ Jan Haywood, Sehepunkte 15 (2015) Nr. 3